Neue Potentialanalyse zu Open Government

Vorstudie des FÖV erschienen Neue Potentialanalyse zu Open Government

Die von der Bundesregierung angestoßene Potentialanalyse des Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung (FÖV) zeigt Handlungs- und Forschungsbedarfe zu vielen Open Government-Themen auf.

Gebäudefassade des Forschungszentrums

Gebäude des FÖV

Foto: Claus Ableiter - CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18877680


Die verschiedenen Aspekte von Open Government sind bislang nur sehr ungleich wissenschaftlich erforscht. Insbesondere in der deutschsprachigen Literatur findet bislang wenig politikfeldübergreifende Auseinandersetzung mit dem Konzept des offenen Regierungs- und Verwaltungshandelns statt. Wie sehen die vielversprechenden Handlungsfelder von Open Government aus? Welcher strategische Nutzen geht damit für Regierung und Verwaltung einher? Wie ist die Kritik an dem Leitbild offenen Regierungshandelns einzuordnen?

Im Rahmen der Teilnahme an der Open Government Partnership (OGP) war die Bundesregierung im Ersten Nationalen Aktionsplan 2017-2019 eine Verpflichtung zur Förderung von Open Government eingegangen. Ein Meilenstein daraus ist die „Beauftragung einer politikfeldübergreifenden Studie zur Potentialanalyse von Open Government in der Bundesregierung“. Mit der nun erschienenen Publikation des FÖV ist dieser Meilenstein umgesetzt.

Die wissenschaftliche Untersuchung versteht sich als eine Vorstudie. Sie identifiziert sowohl Handlungsfelder für die Bundesregierung als auch wichtige Forschungsbedarfe und soll zu weiterer Befassung mit und Debatte über Open Government einladen, zum Beispiel in Form von Folgestudien.

Die Studie befasst sich mit Open Government-Instrumenten, die vergleichsweise gut erforscht sind, wie verschiedenen Formen der Bürgerbeteiligung und mit Open Data. Es werden aber auch Handlungsfelder untersucht, bei denen bislang kaum systematisch konzeptionell betrachtet wurde, wie Open Government-Prinzipien zur Anwendung kommen könnten und welche Chancen oder Risiken sich daraus ergeben. Als Beispiel sei die verwaltungsinterne Umsetzung des Leitbilds Open Government genannt. Die Studie empfiehlt letztlich, gesamtstrategisch die diversen Handlungsfelder von Open Government zusammenzuführen. 

Sich der Idee von Open Government aus einem strategisch-ganzheitlichem Blickwinkel zu nähern, geschieht weder in der Verwaltung noch in der Wissenschaft bereits in ausreichendem Maße. Hier sehen wir noch viel Optimierungsbedarf. Unsere Analyse möchte daher für Verwaltung und Wissenschaft Anreize dafür schaffen, einen politikfeldübergreifenden Blick auf das Thema zu richten. (Prof. Dr. Dr. h.c. Jan Ziekow, Direktor des FÖV)

Open Government-Reformen sind von entscheidender Bedeutung und nehmen an der Zahl zu. In den meisten OECD-Ländern werden sie verstreut und isoliert durchgeführt. Wir begrüßen daher den sehr wichtigen Beitrag dieser Studie zum Diskurs, speziell in der deutschsprachigen Literatur. Insbesondere pflichten wir ihrer Empfehlung bei, sich den Zielen offenen Regierungshandelns aus einer ganzheitlicheren Perspektive zu nähern und strategische Synergien zwischen den verschiedenen Open Government-Initiativen in Deutschland zu untersuchen. (Alessandro Bellantoni, stellvertretender Leiter für Open and Innovative Government und Leiter der Open Government-Einheit bei der OECD)

Die Studie (Speyerer Forschungsbericht 297) können Sie unter dem nachfolgenden Link kostenfrei herunterladen oder beim FÖV als Druckexemplar bestellen.